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Spielsucht: Warnsignale erkennen und Hilfe finden
Glücksspielsucht ist eine anerkannte Krankheit, keine Charakterschwäche. Sie kann jeden treffen und ist gut behandelbar. Auf dieser Seite finden Sie Warnsignale, erste Schritte und Stellen in Österreich, die kostenlos helfen.
💡 Sie brauchen jetzt sofort jemanden zum Reden? Telefonseelsorge: 142 – rund um die Uhr, kostenlos. Online: telefonseelsorge.at, Chat: onlineberatung-telefonseelsorge.at. Rat auf Draht für Kinder, Jugendliche und Bezugspersonen: 147, rataufdraht.at. Bei akuter Gefahr für Leib und Leben: Rettung 144. Weitere Krisennummern listet das Gesundheitsportal des Bundes.
Was ist Spielsucht?
Von Spielsucht (pathologischem Glücksspiel) spricht man, wenn jemand die Kontrolle über sein Spielverhalten verliert und trotz negativer Folgen weiterspielt. Die Weltgesundheitsorganisation führt die Glücksspielstörung in ihrer Klassifikation ICD-11 als eigenständige Erkrankung.
Die Grenze zwischen Freizeitspiel und Sucht ist fließend. Viele Betroffene bemerken lange nicht, dass aus Unterhaltung ein Zwang geworden ist. Online-Casinos sind rund um die Uhr erreichbar, Einzahlungen dauern Sekunden – das kann diese Entwicklung beschleunigen.
Ausführliche Informationen zu Ursachen, Verlauf und Vorbeugung bietet das öffentliche Gesundheitsportal Österreichs unter gesundheit.gv.at. Es weist auch darauf hin, dass Menschen mit Glücksspielsucht ein stark erhöhtes Suizidrisiko haben; Hilfe für Betroffene und Angehörige bietet das Suizidpräventionsportal.
Warnsignale: Trifft das auf Sie zu?
- Sie denken auch außerhalb des Spiels ständig ans Spielen oder an die nächste Einzahlung.
- Sie brauchen immer höhere Einsätze, um denselben Reiz zu spüren.
- Sie haben mehrmals vergeblich versucht, weniger zu spielen oder aufzuhören.
- Sie werden unruhig oder gereizt, wenn Sie nicht spielen können.
- Sie spielen, um Sorgen, Stress oder schlechter Stimmung zu entkommen.
- Nach einem Verlust spielen Sie weiter, um das Geld zurückzugewinnen.
- Sie verheimlichen, wie viel Zeit oder Geld Sie verspielen.
- Arbeit, Ausbildung, Partnerschaft oder Freundschaften leiden unter dem Spielen.
- Sie leihen sich Geld, überziehen Konten oder verkaufen Dinge, um zu spielen oder Schulden zu decken.
Online gibt es zusätzliche Warnzeichen: mehrere Casino-Konten gleichzeitig, Einzahlungen per Handyrechnung, um Kontoauszüge zu umgehen, oder das Gefühl, einen Bonus „unbedingt nutzen“ zu müssen.
Treffen mehrere Punkte zu, sprechen Sie bitte mit einer Beratungsstelle. Einen anonymen Selbsttest des Finanzministeriums finden Sie online.
Was Sie jetzt tun können
Aufhören, bevor Sie weiterspielen. Versuchen Sie nicht, Verluste zurückzugewinnen. Rechnerisch vergrößert das den Verlust fast immer.
Konten sperren lassen. Beantragen Sie bei jedem Casino, in dem Sie ein Konto haben, eine Selbstsperre. Fordern Sie Ihr Restguthaben vorher zur Auszahlung an.
Zugang erschweren. Sperrsoftware wie BetBlocker oder Gamban blockiert Glücksspielseiten auf Ihren Geräten. Viele Banken bieten außerdem Sperren für Glücksspielzahlungen an; fragen Sie bei Ihrer Bank nach.
Geld absichern. Übergeben Sie für eine Zeit die Kontrolle über Bankkarten und Zahlungsmittel einer Vertrauensperson und deaktivieren Sie die Zahlung per Handyrechnung bei Ihrem Mobilfunkanbieter.
Mit jemandem sprechen. Eine Beratungsstelle hilft Ihnen, einen Plan zu machen. Die Beratung ist kostenlos.
Schulden angehen. Haben sich Schulden angehäuft, wenden Sie sich an die staatlich anerkannte Schuldenberatung. Nehmen Sie keine neuen Kredite auf, um Spielschulden zu bezahlen.
Für Angehörige
Spielsucht belastet die ganze Familie. Angehörige bemerken oft zuerst, dass etwas nicht stimmt: Geld fehlt, Rechnungen bleiben offen, der Betroffene wirkt abwesend oder reagiert gereizt auf Fragen.
Sprechen Sie es an – in einem ruhigen Moment, ohne Vorwürfe. Beschreiben Sie, was Sie beobachten und was Ihnen Sorgen macht.
Bezahlen Sie keine Spielschulden ohne Plan. Das verschafft kurzfristig Erleichterung, hält die Sucht aber oft am Laufen.
Schützen Sie Ihre eigenen Finanzen, etwa durch getrennte Konten.
Holen Sie sich selbst Unterstützung. Beratungsstellen wie die Spielsuchthilfe beraten ausdrücklich auch Angehörige – auch dann, wenn der Betroffene selbst noch keine Hilfe möchte.
Hilfsangebote in Österreich
| Angebot | Für wen | Kontakt |
|---|---|---|
| Telefonseelsorge – Notruf 142 | Menschen in Krisen, rund um die Uhr, kostenlos; auch per Chat | Telefon 142, telefonseelsorge.at, Chat-Beratung |
| Rat auf Draht | Kinder, Jugendliche und ihre Bezugspersonen | Telefon 147, rataufdraht.at |
| Spielsuchthilfe | Betroffene und Angehörige; laut eigener Angabe kostenfrei, vertraulich, auf Wunsch anonym und österreichweit | spielsuchthilfe.at, therapie@spielsuchthilfe.at |
| Fachstelle für Glücksspielsucht Steiermark (c/o b.a.s.) | Betroffene und Angehörige in der Steiermark | Dreihackengasse 1, 8020 Graz, office@fachstelle-gluecksspielsucht.at, fachstelle-gluecksspielsucht.at |
| Beratungsstellen in den Bundesländern | Offizielle, nach Bundesländern geordnete Liste des Finanzministeriums | Hilfsangebote in den Bundesländern |
| Staatlich anerkannte Schuldenberatung | Menschen mit Spielschulden | schuldenberatung.at |
| Stabsstelle für Spielerschutz im BMF | Informationen zum Spielerschutz in Österreich | post.spielerschutz@bmf.gv.at |
Offizielle Informationsquellen
Diese Seiten von Bundesministerien und öffentlichen Stellen informieren verlässlich über Spielsucht und Hilfe:
-
Spielerschutz und Hilfsangebote – Bundesministerium für Finanzen, Stabsstelle für Spielerschutz
-
Selbsttest „Bin ich gefährdet?“ – anonymer Online-Test des Finanzministeriums
-
Glücksspielsucht – Öffentliches Gesundheitsportal Österreichs
-
Spielsucht – Bundesministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz
-
Krisentelefonnummern – Übersicht auf gesundheit.gv.at
Selbstsperre: Was sie leistet und wo ihre Grenzen liegen
Eine Selbstsperre gilt derzeit nur bei dem Casino, bei dem Sie sie beantragen. Ein österreichweites, anbieterübergreifendes Sperrregister gibt es noch nicht; es ist Teil der geplanten Reform des Glücksspielgesetzes. Sperren Sie sich deshalb bei jedem Anbieter einzeln und kombinieren Sie die Sperre mit Sperrsoftware.
Während einer Sperre sollten Sie keine Bonus-E-Mails oder Werbung mehr erhalten. Melden Sie es dem Anbieter, wenn das doch passiert.
Unser Standpunkt
Smartbonus.at vergleicht Online-Casinos für Erwachsene, die zur Unterhaltung spielen. Wenn Sie den Eindruck haben, die Kontrolle zu verlieren, ist kein Casino-Vergleich der richtige nächste Schritt – sondern ein Gespräch mit einer der oben genannten Stellen.
Tipps für einen kontrollierten Umgang mit Glücksspiel finden Sie unter Verantwortungsvolles Spielen. Fragen an unsere Redaktion richten Sie an info@smartbonus.at.